Einbaum liegt seit 1650 Jahren im Klopeiner See

Im November 2001 war der Klopeiner See Schauplatz einer archäologischen Untersuchung der besonderen Art. Spezialisten begannen mit den Vorbereitungen zur Bergung zweier Einbäume, auf die
der Chef der Tauchschule EASY DIVE vorigen Sommer aufmerksam geworden war.

Gute 1500 Tauchgänge hat Leo Helmreich in den letzten Jahren im Klopeiner See unternommen und
kennt ihn wie seine Westentasche. Ihm sind die meisten Objekte im See, ob es Ablagerungen, größere Steine oder Baumstämme sind bekannt. Doch vergangenen Sommer wurde er im abfallenden Gelände
auf zwei Baumstämme aufmerksam: Durch das oftmalige Tauchen an einer Stelle in 15m Tiefe sind immer deutlicher die Konturen eines hohlen Baumstammes zum Vorschein gekommen. Der gleichmäßige Verlauf ließ darauf schließen, dass dabei Menschen Hand angelegt haben. Er nahm Kontakt mit t r i t o n der österreichischen Gesellschaft für Feuchtboden und Unterwasserarchäologie in Stockerau auf.
Der Vorsitzende Christian Stradal, spezialisiert auf Pfahlbauforschung im Salzkammergut, entnahm Proben für eine C 14 Datierung und ließ diese auswerten. Das Ergebnis darf als kleine Sensation gewertet werden. Ein Fundobjekt ist um die 300 Jahre alt und der zweite, etwa fünf Meter lange und 60 Zentimeter breite Einbaum aus Eiche 1650 (+-30) Jahre.

Stradal hat mit seinem TEAM, unterstützt durch Tauchern der Tauchschule EASY DIVE, der Feuerwehr Stein, der Feuerwehr Peratschitzen und Bediensteten der Gemeinde St.Kanzian die Bergung des Fundobjektes vorgenommen. Notwendig wurde die Bergung weil sie quer in einem Abhang, der nachrutscht, steckt. Die Fundstücke sind vorerst gesichert und zum Schutz vor Erosion überwintern
sie an einer geeigneten stelle im See.

Die Zukunft für die Einbäume ist in Planung. Der Mittelalterliche Einbaum wird den Tauchern Unterwasser im Klopeiner See zugänglich gemacht. Damit haben Taucher die einmalige Gelegenheit diese Objekt an seinem ursprünglichen Fundort zu besichtigen.

Der 1650 jährige Einbaum wir voraussichtlich in einem mehrjährigen Verfahren Konserviert und in der Gemeinde St.Kanzian einer breiten Öffentlichkeit gezeigt.

zum Bilderbuch

Wenn jemand glaubt, auch irgendeinen Fund, unter Wasser, egal welchen Gewässers gemacht zu haben, sollte man gemäß den Taucherregeln nichts anfassen und den Abstand zum Fund wesentlich erhöhen. Archäologische Funde sollten an das Bundesdenkmalamt oder Landesmuseum angezeigt werden. Bei Unklarheiten kann man sich direkt bei t r i t o n , der österreichischen Gesellschaft für Feuchtboden und Unterwasserarchäologie, wenden.

Funde von Kriegsmaterial sollten an der nächst Gendarmerie oder Polizeidienststelle angezeigt werden. Taucher vom Innenministerium werden von der Polizei oder Gendarmerie angefordert und die veranlassen weiteren Schritte.

    3 sat  Einbaum Klopeinersee  Film 4´47

 

 

Bericht von Triton "Die Bergung des Einbaum´s"

Bereicht von Triton "Zwei Einbäume"